RIT-Training – Was Beine um den Stuhl wickeln mit Schulproblemen zu tun hat

Kinder- und Jugendexpertin Doreen Schaefer im Interview

Wenn es draußen ungemütlich wird, haben wir wieder mehr Zeit, um mit der Familie näher zusammenzurücken und sich gemeinsam Qualitätsstunden im Warmen zu gönnen. Jetzt ist es vielleicht auch an der Zeit, bei dem ein oder anderen Problem genauer hinzuschauen. Fallen Ihnen schulische Schwächen auf, die sich trotz vermehrten Übens nicht bessern? Oder ist Ihr Kind vielleicht besonders unruhig? Schuld daran könnten frühkindliche Reflexe sein, die immer noch aktiv sind. Wir haben uns mit RIT (Reflexintegrations)-Expertin Doreen Schaefer von Schaefer Bildung unterhalten, um mehr darüber zu erfahren.

Bei jedem Menschen entwickeln sich bereits im Mutterleib Urreflexe. Diese sind in den ersten Jahren lebenswichtig für Kinder, da sie für die grundlegenden Bewegungen verantwortlich sind. Beispielsweise sind sie dafür zuständig, dass wir beginnen, aufrecht zu gehen und den Kopf zu halten. Diese reflexbasierenden Bewegungen verbinden im Gehirn verschiedene Areale miteinander, wodurch auch neue Verbindungen entstehen. Werden diese Verbindungen der Nervenbahnen häufig genug wiederholt, werden nach und nach alle wichtigen Bereiche des Gehirns miteinander verknüpft, und man kann von einer neuronalen Reife sprechen. Diese in der Genetik verankerten Bewegungsabläufe sind schließlich dafür verantwortlich, ob man für alle Aufgaben bereit ist, die es in der Schule zu bewältigen gilt. 

Treten Schul- und Verhaltensprobleme gehäuft auf, helfen RIT-Reflexintegrationstrainer, die Ursache der schulischen Probleme an der Wurzel zu packen.

Woran kann ich als Laie erkennen, dass bei meinem Kind noch frühkindliche Reflexe aktiv sind?

Es gibt einige sichtbare Anzeichen, die meistens untrüglich sind. Das sind z. B. die Beine beim Sitzen um die Stuhlbeine wickeln, einen Fuß beim Sitzen unter den Oberschenkel stecken, das Blatt  beim Schreiben um 90 Grad drehen, sich quer auf den Stuhl „hängen“, häufiges Kopfaufstützenmüssen mit den Händen, Zehenspitzengang oder die Zunge bei anstrengenden Tätigkeiten heraushängen lassen. Es gibt aber auch symptomatische Merkmale wie Buchstaben und Zahlen verdrehen, Schmerzen in der Hand beim Schreiben, Probleme beim Schwimmen lernen oder altersuntypisches Einnässen ohne erkennbare organische Ursache, welche man als Eltern – wenn man genau hinschaut – beobachten kann.

Frau Schaefer, wie sind Sie eigentlich zur Reflexintegration gekommen?

Über meine Tochter. Diese hatte nach einem langen Krankenhausaufenthalt plötzlich wahnsinnige Probleme, wieder in die Schule zu gehen. Im Schnitt wurde ich 2 x die Woche von der Schule angerufen, dass mein Kind abgeholt werden soll, weil es Bauchweh hätte. Obwohl ich schon als Kinder- und Jugendcoach tätig war, war ich total hilflos, und kein Arzt konnte uns helfen. Da bin ich selber auf eine Reflexintegrationstrainerin gestoßen, welche feststellte, dass durch die schwere Erkrankung die Stressschutzreflexe meiner Tochter wieder reaktiviert wurden und sie somit permanent im „Flucht- und Überlebensmodus“ war. Die Kollegin konnte dann meiner Tochter sehr schnell helfen, und nach 2 Monaten war ein normaler Alltag wieder möglich. Der Erfolg hat mich verblüfft, und ich entschied mich, selber diese Ausbildung zu machen.

Das heißt Reflexintegration hilft bei „Schulbauchweh“?

Ja, unter anderem. Ich habe aber auch viele Kinder in meiner Praxis, deren Eltern nach einer wahren Odyssee zu mir kommen, sei es dass sie sich vom Schulsystem unter Druck gesetzt fühlen, weil ihr Kind als verhaltensauffällig, unruhig, als Störer oder permanent träumend beziehungsweise zu langsam gilt oder weil sie eine ADHS-, ADS-, LRS-Diagnose bekommen haben und mitunter ihrem Kind schon Medikamente geben müssen, um im Alltag zu funktionieren.

Heißt das, Sie verurteilen die Eltern, die ihren Kindern Ritalin und Co. geben?

Nein, ich verurteile weder Eltern noch Lehrer, auf keinen Fall. Ich glaube, niemand kann sich vorstellen, unter welchem Druck Eltern heute stehen, dass ihre Kinder funktionieren müssen. Es kann immer weniger auf den Einzelnen eingegangen werden; das ist das Problem. Und es fehlt die Aufklärung. Es gibt Studien, dass frühkindliche Restreflexe in der Symptomatik ADHS und anderen Auffälligkeiten in der Schule sehr, sehr ähnlich sind. Es gibt auch Studien, die belegen, dass Bewegungsprogramme ähnliche Effekte haben wie Ritalin und Co. Allerdings werden diese Infos von den Pharmariesen nicht promotet; warum auch, es würde ja ihren Gewinn schmälern.

Wird RIT-Reflexintegration von den Krankenkassen bezahlt?

Nein, im Einzeltermin in der Praxis noch nicht.  Es gibt allerdings regional immer wieder Krankenkassen, die das RIT Kita Präventions- und Schulprogramm finanzieren, weil sie merken, dass es die Kinder neuronal auf die Schule vorbereitet und bestehende frühkindliche Reflexe zu einer Vielzahl von Problemen führen, die man innerhalb von einigen Monaten ohne Medikamente stark reduzieren kann. 

Was empfehlen Sie Eltern, deren Kinder Schulprobleme haben?

Ganz prinzipiell: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Sie kennen Ihr Kind am besten und können beurteilen, ob es einfach nur besonders lebhaft oder ein Träumerle ist. Wenn es Ihnen Sicherheit gibt, ist es natürlich immer sinnvoll, es auf gewisse Diagnosen testen zu lassen. Es gibt aber auch ganz klare Indizien, dass die Wurzel von Schulproblemen woanders liegt. Hier empfehle ich den Eltern, unseren RIT- Fragebogen im Downloadbereich unserer Homepage auszudrucken und einfach mal zu schauen, wie viele Fragen mit Ja beantwortet sind. Ab 5 – 7 Ja´s würde es meiner Meinung nach Sinn machen, auf aktive frühkindliche Reflexe zu schauen. Und generell: Bewegung… schicken Sie Ihr Kind raus, lassen Sie es rennen, schreien, spielen… und leben Sie das auch vor. Unsere Kinder müssen viel zu viel sitzen und tun dies in der Freizeit auch noch!



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